Der evangelische Pastor Leopold Erdmann Emanuel Felke (* 7. Februar 1856 in Kläden bei Stendal; † 16. August 1926 in München) war ein Vertreter der Naturheilkunde, der die nach ihm benannte Felkekur entwickelte.

Pastor Felke im Sprechzimmer
"Die Felkekur
Die Felkekur besteht aus folgenden Grundelementen (Originalbeschreibung):
1. Felke-Sitzbad: Ein Felke Sitzbad wird in der Felkewanne (ca. 40 cm hohe Sitzbadewanne aus Zink) genommen. Wasser eine Hand breit hoch, naturkalt. Beim Niedersetzen werden die Füße bei angezogenen Beinen in die Wanne gestellt. Während des Badens wird das Wasser mit beiden Händen an den Unterleib heraufgeholt und der Unterleib wird sodann von oben nach unten mit den Händen gestrichen (frottiert). Badedauer 1 – 5 Min. Nach dem Sitzbade wird der ganze Körper mit dem Wasserschlauch abgespült. Reihenfolge des Abspülens: unterleib, Bauch, Brust, Rücken von unten nach oben, Oberschenkel, Waden bzw. Unterschenkel, rechte Schulter, linke Schulter. Nach dem Sitzbad tüchtig Bewegung und mit den Händen trocken reiben. (Freiübungen und Tiefatmen). Kein Handtuch benutzen. Nach Trockenwerden des Körpers ankleiden, wenn nicht noch ein Lichtluftbad sich anschließen soll.
2. Lichtluftbad: Ein Lichtluftbad kann zu jeder Zeit genommen werden. Der Badende kleidet sich schnell aus, läuft dann umher und reibt dabei den Körper mit den Händen, auch von Zeit zu Zeit energische Bewegungen mit den Gliedmaßen ausführend. Allmählich wird der Körper behaglich warm, alsdann kann der Badende sich zeitweilig hinsetzen oder langsam spazieren gehen. Dauer des Lichtluftbadens: im Anfang 15 – 20 Minuten. Allmählich wird diese Zeit ausgedehnt und kann nach einigen Tagen schließlich von unbegrenzter Dauer sein. Je länger dann, desto lieber und schöner. Nervöse wollen das Lichtluftbad nicht zu lange ausdehnen. Viele schließen an das Lichtluftbad ein kurzes Sitzbad (siehe zu 1) oder eine kalte Abspülung mit dem Schlauch an. Nachher trocken reiben mit den Händen und dann ankleiden.
3. Lehmbad: Ein Lehmbad wird von Pastor Felke oder seinen Vertretern bei gewissen Krankheitsformen verordnet und genau in der Weise genommen, wie das Sitzbad (siehe z. 1) nur mit der Unterscheidung, daß das Wasser mit guten steinfreien Lehm vermengt wird, bis es einen dünnflüssigen Brei ergibt. Nach dem Lehmbaden abspülen mit dem Schlauch und Trockenreiben mit den Händen. Dauer des Lehmbadens nach Verordnung.
4. Erdschlafen: Das Erdschlafen (nächtliches Liegen und Schlafen auf dem Erdboden) entweder ohne jede Unterlage oder auf einer wollenen Decke oder auf einer Strohmatratze (Strohsack) ist anerkanntermaßen ein ebenso kräftigendes und die Nerven stählendes Heilmittel. Das ist kein Aberglaube. Man bedeckt sich mit soviel Wolldecken, daß man sich behaglich warm fühlt und wenn man dann morgens frisch und munter von diesem Erdlager sich erhebt, stürzt man sofort in die Sitzbadewanne. Ein wetterharter Körper ist die sichere Folge dieser Prozeduren, sie somit nicht genug empfohlen werden können.
5. Es sei schließlich noch das regelmäßige Luftbaden der Lungen und Atmungsorgane dringend empfohlen. Im Licht-Luftbad läßt sich im Anschluß an das sonstige Baden mehrmals das Baden der Lungen ausführen. Dasselbe geschieht durch langsames tiefes Einziehen der Luft mittels der Nase bei geschlossenem Munde und durch Ausstoßen der durch die Nase eingesogenen Luft durch den Mund. Das wird nacheinander 12 bis 20 mal ausgeführt, man bemühe sich, die Luft möglichst lange nach der Einatmung anzuhalten. Bei Ausführung des Lungenbades hält man die Arme über den Kopf erhoben oder auf den Rücken gelegt.
Ergänzt wurden die Anwendungen durch eine nahezu fleischfreie Diät mit viel Gemüse, Grünkern, Kartoffeln und Obst, durch die Felke eine Entgiftung des Körpers aufgrund von Fehlernährungen erreichen wollte. Dabei differenzierte Felke zum Teil die Ernährung in Abhängigkeit von den Krankheitsbildern seiner Patienten."
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