Wen besuchte er in diesen Tagen nicht, der unleidbare Gast, der ungebeten und unangemeldet sich einstellt und der so überaus schwer wieder los zu werden ist! Gerade die gegenwärtigen Tage des Witterungsumschlages, die Tage des Nebels und des herabrieselnden oder herniederströmenden Regens sind sein Element.
Die Zahl der gegen den Schnupfen empfohlenen Mittel ist Legion, aber dieser Umstand beweist am besten, daß keines unter ihnen ist, das im stande wäre, den Schnupfen rasch und sicher zu beseitigen. Daher kommt es, daß die meisten Menschen überhaupt gegen den unangenehmen Störenfried gar nichts tun und mit fatalistischer Ergebenheit die Heilung der Natur überlassen. Und doch ist dieser Standpunkt ein irrationeller, denn wenn man bloß die wirtschaftlichen Schädigungen, welche ein Schnupfen anrichtet, ins Auge faßt, so ergibt sich nach den Berechnungen eines bekannten Physiologen, daß der Schnupfen Verdienstausfälle zu erzeugen im stände ist, die sich jährlich nach Millionen beziffern.
Daher dürfte es nicht überflüssig sein, auch an dieser Stelle einmal auf eine alte Heilmethode des Schnupfens aufmerksam zu machen, die jüngst Privatdozent Dr. Sternberg in Wien wieder in Erinnerung gebracht hat. Das Prinzip derselben besteht darin, durch Vermeiden des Trinkens den Katarrh auszutrocknen. Die sparsam zirkulierende Flüssigkeit wird dann für die notwendigen Ausscheidungen in Anspruch genommen und die kranke Schleimhaut nimmt, nicht mehr durch ihre eigene Absonderung gereizt, bald wieder ihre normale Beschaffenheit an.
Für eine solche Trockendiät kämen in Betracht: Brod, Mehlspeisen mit Butter, Fische, weißes Fleisch, Puddings, getrocknete Früchte. Suppen und Flüssigkeiten sind zu vermeiden oder auf das geringste Quantum einzuschränken. Mit dieser Diät muß sofort beim Anfang des Schnupfens begonnen werden, dann soll der Erfolg oft schon nach 36 Stunden eintreten.
Da beim Schnupfen ärtzliche Hilfe in den meisten Fällen doch nicht in Anspruch genommen wird, so dürfte mit diesen einfachen Diätvorschriften immerhin ein Versuch zu machen sein!
Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand und ersetzen keinesfalls einen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker oder eine Beratung in einer Apotheke! Durch die Inhalte dieser Seite können weder Diagnosen gestellt werden, noch eine Heilbehandlung eingeleitet werden.
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