Unter Crêmes versteht man weiche, wasserhaltige Salbenmischungen, meist mit einem beliebigen Parfüm versehen. Sie unterscheiden sich von Emulsionen dadurch, dass, während in diesen das Wasser, umgekehrt in den Crêmes das Fett vorherrschend ist. Der Name Pomade stammt von Poma (der Apfel), weil die ursprünglich so bezeichnete Salbe mit Apfelsaft bereitet wurde. Zu den Hauteinreibungen dienen sowohl tierische als auch pflanzliche Fette.
Von den ersteren sind es namentlich das Schweineschmalz, Talg, Wachs, Walrat (im Jahre 2009 eher Walrateratz!) und das Lanolin. Von den pflanzlichen Fetten: Mandelöl, Olivenöl, Behenöl und Erdnussöl, Kakaobutter etc.
Die erste Bedingung zur Herstellung einer guten Hautsalbe ist ein tadelfreies, nicht ranziges Fett. Da namentlich Schmalz und Talg dem Ranzigwerden leicht unterworfen sind, muss bei ihrer Anwendung besondere Vorsicht angewandt werden. Nachdem man erkannt hat, dass die Benzoesäure ein vorzügliches Konservierungsmittel für die Fette ist, benutzt man als Grundkörper für die kosmetischen Salben gewöhnlich Schmalz und Talg, sowie zuweilen auch Olivenöl nur in der Weise, dass man ihnen vorher 1% Benzoesäure hinzu geschmolzen hat.
Über die Einwirkung der Fette auf die Haut sagt Paschkis in seiner Kosmetik u. A. Folgendes. Sie dienen vor Allem zur Fettung trockener und daher rauher Haut; zur Beseitigung zu grosser Spannung der Letzteren und ferner zur Verhinderung all zu grosser Feuchtigkeitsabsonderung durch die Haut (Schweissbildung), indem sie die Poren oberflächlich schliessen. Die Fette sind in kosmetischer Beziehung vor Allem ein Schutzmittel für die Haut und nur eine übermässige Anwendung derselben kann schaden. Zu vermeiden sind sie in den Fällen, wo die Fettabsonderung der Haut schon an und für sich eine sehr grosse ist und namentlich dort, wo die Haut zur Bildung von sog. Mittessern neigt. In ganz gleicher Weise wie die eigentlichen Fette wendet man auch einzelne schwersiedende Kohlenwasserstoffe, wie Vaselin, Paraffin, an. Diese sogenannten Mineralfette haben den Vorteil, dass sie nie ranzig werden, dagegen den Nachteil, von der Haut nicht gut absorbiert zu werden. Endlich wird in gleicher Weise und zu gleichen Zwecken auch das Glycerin verwandt.
Über die Natur der Fette, ihre Eigenschaft und Darstellung siehe des Verfassers "Handbuch der Drogisten Praxis I". Nur darauf sei auch hier aufmerksam gemacht, dass von allen Fetten das Lanolin dasjenige ist, welches von der Haut am besten aufgesogen wird. Auch hat es den Vorteil, dass es so gut wie gar nicht ranzig wird und dass es ferner eine sehr große Menge Wasser bindet. Seiner allgemeinen Verwendung zu Hautsalben steht nur zweierlei hindernd im Wege. Einmal der noch immer ziemlich hohe Preis und endlich der, selbst bei den besten Sorten, ziemlich unangenehme Geruch.
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