Johanniskrautsaft





Johanniskraut kommt im Juli bis August zur Blüte. Das strauchartige Gewächs befindet sich in unseren Gegenden an Waldrändern und in Waldlichtungen.

Der Einfluss des Saftes auf schwache Nerven ist bekannt und berechtigt zur Anwendung bei nervösen Kopfschmerzen, Neuralgien und dergleichen Störungen der Nerventätigkeit, soweit diese sich überhaupt durch Heilmittel beeinflussen lassen.

Natürlich muss eine vernünftige Lebensweise mit der Anwendung von Johanniskrautsaft Hand in Hand gehen. Vor allem ist auf eine naturgemäße Ernährung Wert zu legen. ein Übermaß an Fleisch und Eiern steigert die Nervorsität, ebenso wie regelmäßiger Genuss von starkem Kaffee oder Tee. Es wird deshalb von ärztlicher Seite die weitgehende Bevorzugung vegetarischer Kost und das Trinken unschädlicher Kräutersorten (Pfefferminz, Melisse) betont und dabei auf die vorzügliche Wirkung von Pflanzensäften, besonders Johanniskraut, hingewiesen.

Eine fachgemäß unternommene Kur wird auch Begleiterscheinungen der Nervorsität, wie die Schlaflosigkeit, nach und nach beheben. Selbstverständlich können nervöse Störungen, die vorwiegend auf seelische Ursachen zurückzuführen sind, nicht von außen her allein gebessert werden. Derartige seelische Erscheinungen müssen von einem verstänisvollen Arzt in erster Linie seelisch beeinflusst werden.

Johanniskraut äußer vor allen Dingen eine Wirkung auf die Zirkulation. Die Einnahme des Saftes kann aus diesem Grunde die Drüsentätigkeit bessern und die innersekretorischen Vorgänge anregen. Die von einem Autor feststellte Kräftigung der Drüsen wirkt sich auch während der Entwicklungsperiode aus; Stauungszustände im Unterleib werden günstig beeinflusst. Wahrscheinlich haben von den bis jetzt aufgefundenen arteigenen Stoffen der Pflanze die geringen Mengen ätherischen Öles, Cholin, Gerb- und Bitterstoffe und pektinartige Stoffe einen Einfluss, doch ist die Pflanze noch nicht hinreichend untersucht, um ihre eigenartige Wirkung durch bestimmte Inhaltsstoffe voll erklären zu können. Jedenfalls ist die Zusammenwirkung aller arteigenen Stoffe dafür verantworlich zu nennen.




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