Echte Glycerinseifen schäumen nicht besonders stark und stehen in ihrer kosmetischen Wirkung den überfetteten Seifen nahe, vor welchen sie noch den Vorzug haben, dass sie nicht wie diese ranzig werden.
Talgkernseife 5-600,0
Glycerin 4-500,0
Die Talgkernseife wird gehobelt und in dem erwärmten, kalkfreien Glycerin aufgelöst. Die geschmolzene Masse wird entweder mit Cochenille oder arsenfreiem Anilinfarbstoff roth oder mit Pikrinsäure, Martiusgelb oder Saffransurrogat gelb gefärbt, und je nach dem Namen, welchen die Seife erhalten soll, parfümirt. Für die gewöhnlichen Glycerinseifen verwendet man meist eine Mischung aus Citronell-, Bergamott- und Lavendelöl. Die noch flüssige Masse wird in Formen gegossen. Sie erhärtet in diesen erst nach Wochen hinreichend, um in Riegel geschnitten oder in Stücke gepresst werden zu können.
War die Kernseife rein und die zur Verseifung angewandte Lauge, gleich dem Glycerin kalkfrei, so resultirt eine völlig klare und durchsichtig bleibende Glycerinseife, die vor der mit Spiritus bereiteten Transparentseife den grossen Vorzug hat, nicht auszutrocknen und auf die Haut milde und schmeidigend einzuwirken.
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