Das man aus Eichenrinde, die nur 12-13 % Wasser enthält, keinen wirksamen Saft gewinnen kann, leuchtet jedermann ein. Wenn sie hier aufgeführt und empfohlen wird, so geschieht das wegen ihres hohen Gehaltes an Eichenrindengerbsäure, die in erster Linie ihre hervorragenden Wirkungen bedingt.
Eichenrindenabkochung ist im Volk seit lagem zur Bekämpfung von schwerem Durchfall bekannt. Die stopfende Wirkung ist sehr gleichmäßig; sie beruht auf der langsamen Zerlegung der Gerbsäurezuckerverbindung beim Durchgang durch den gesamten Darm.
Nicht nur bei chronischem Darmkatarrh, sondern auch bei katarrhalischen Entzündungen der Darmschleimhaut ist Eichenrinde als Tee oder als Einlauf wirksam. Auch bei Magendamblutungen wurde die Wirkung der Eichenrinde beobachtet. Im Volk werden Umschläge von Eichenrinde bei äußeren Wunden viel gebraucht. Brandwunden, Frostbeuelen, Geschwüre, Entzündungen, Rhagaden, sollen unter dem zusammenziehenden Einfluss der Eichenrinde besser heilen. Eichenrindenbänder werden auch bei Hämnorrhoiden angewendet.
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