3. Mai 2026

Welche Ursachen für Übergewicht gibt es?

Fast 60 % aller Deutschen sind übergewichtig. Die gesundheitlichen Folgen können gravierend sein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Probleme mit dem Bewegungsapparat kosten die Krankenkassen inzwischen hunderte Millionen. Doch welche Gründe für Übergewicht gibt es?

 

Ungünstige Energiebilanz

Der häufigste Grund für Übergewicht ist eine positive Energiebilanz. Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu.
Eine Umstellung des Lebensstils erfordert viel Disziplin und Willen. Viele Menschen neigen deswegen dazu, sich gelegentlich zu belohnen. Das Problem dabei ist, dass sogenannte Kompensationsreaktionen häufig dazu führen, dass dadurch die eingesparten Kalorien überschritten werden. Wer nicht nur mehr isst, weil er Sport gemacht hat, sondern sich zusätzlich einen Schokoriegel erlaubt, hat nichts gewonnen.

Eine zu niedrige Energiebilanz führt dazu, dass der Körper auf Sparflamme umschaltet und den Stoffwechsel verlangsamt. Der Körper greift dann verstärkt auf seine Reserven zurück, verbrennt dabei aber kein Fett, sondern Muskeln. Crash-Diäten sind also nicht nur ungesund, sondern tragen auch zur Gewichtsreduktion nichts bei.

Wer seine Ernährung nicht dauerhaft umstellt, sondern versucht mit einseitigen Diäten Gewicht zu verlieren, schwört den Jo-Jo-Effekt gerade zu herbei. Zum einen hat sich der Stoffwechsel verändert, zum anderen entsteht Übergewicht dadurch, dass der Betroffene dauerhaft zu viele Kalorien zu sich genommen hat. Kehrt er zur alten Lebensweise zurück, sind die Kilos schnell wieder drauf.

Die Darmflora

Im Darm helfen Bakterien dem menschlichen Körper bei der Verdauung. Oluf Petersen hat bei einer Studie der Universität Kopenhagen herausgefunden, dass Übergewicht mit der Vielfältigkeit der Darmflora verknüpft ist.

Während im Stuhl der Normalgewichtigen durchschnittlich 640.00 verschiedene Bakterien nachweisbar waren, waren es bei den Übergewichtigen nur etwas mehr als die Hälfte.

Bakterien der Gattungen Bacteroides und Ruminococcus waren bei ihnen jedoch vermehrt zu finden. Bacteroides kann auch schlecht verdauliche Pflanzenfasern verwerten, sodass Salat zu einer Kalorienbombe werden kann.

Gleichzeitig können beide Arten Entzündungen hervorrufen, die sich negativ auf den Fettstoffwechsel auswirken. Auch hier ist Übergewicht die Folge.

Eine fettarme und kalorienreduzierte Ernährung hilft jedoch dabei, dass sich mehr Bakterien im Darm ansiedeln können. Dies ist nämlich zumindest derzeit weder mit probiotischen Lebensmitteln noch mit Medikamenten möglich.

Auch Darmpilze können ein Grund dafür sein, dass trotz Diät keine Gewichtsreduktion möglich ist. Candida Albicans ist jedoch in rund 80 % aller deutschen Därme angesiedelt. Problematisch wird der Pilz erst, wenn das Immunsystem geschwächt ist und sich der Pilz ungebremst ausbreiten kann.

Dann allerdings können sie in seltenen Fällen zu einer Entzündung der Darmschleimhaut führen. Die ausgeschütteten Hormone führen dann zu einer Störung des Fettstoffwechsels.

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