Viele deutsche Patienten sehnen sich nach schonender, ganzheitlicher Medizin. Viele finden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) genau dies. Dabei wird jedoch häufig vergessen, dass TCM ein Konstrukt ist, das mit der tatsächlichen traditionellen Medizin vergleichsweise wenig zu tun hat. Wer erwartet, eine seit Jahrtausenden erprobte Behandlungsweise kennenzulernen, muss enttäuscht werden. Tatsächlich entstand die TCM in ihrer heutigen Form in einer Kombination aus chinesischen Behörden und westlichen Heilpraktikern. Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts wurden in China Stimmen laut, die die Abschaffung der traditionellen Medizin zugunsten der westlichen Schulmedizin forderten. Die Vorherrschaft des Westens wurde durch Wissensvorsprung erklärt und Reformer setzten sich für eine Hinwendung zur härteren Wissenschaft ein. Da mit der traditionellen Medizin jedoch viele Existenzen verknüpft waren, blieb sie auch nach bedeutenden Reformen in den 50er und 60er Jahren in Teilen erhalten.
Das Bekanntwerden der TCM im Westen erklärt sich auch durch die Anpassung der traditionellen Medizin an die wissenschaftliche Denkweise. Theoretische Grundlagen wurden geschaffen, die es auch westliche Patienten ermöglichen, die Wirkung von Behandlungsmethoden wie Akupunktur nachzuvollziehen. In den 70 er Jahren wuchs in den USA die Unzufriedenheit mit der Schulmedizin und Alternativen waren sowohl Patienten als auch Ärzten willkommen. Die chinesische Medizin bot einen ganzheitlichen Heilungsansatz, der einen Gegensatz zur westlichen Medizin bedeutet. Das Interesse wuchs und die chinesische Medizin etablierte sich als ernstzunehmende Konkurrenz.
Tatsächlich hat sie mit der traditionellen, in China vor dem Kommunismus praktizierten, Medizin, relativ wenig gemeinsam. Von einer einheitlichen Sichtweise auf Behandlungsmethoden oder Medikamenten kann allerdings ohnehin keine Rede sein. Die chinesische Medizin variierte sowohl zwischen Menschen als auch zwischen verschiedenen Zeitaltern teilweise extrem. So gab es – wie in Europa auch – immer wieder Modeerscheinungen, die im Laufe der Zeit wieder verschwanden oder wiederentdeckt wurden. Eine dieser Erscheinungen ist übrigens die heute als für die TCM typisch geltende Akupunktur, die sich nur im 13. bis 14. Jahrhundert größerer Beliebtheit erfreute und im 19. Jahrhundert am Kaiserhof sogar verboten war.
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