Kalorienangaben auf Verpackungen fehlerhaft

Die Kalorientabellen auf Packungen sind nur mäßig aussagekräftig. Grund dafür ist, dass viele nicht mehr ganz so neue Erkenntnisse nicht in die Angaben einfließen. Das macht bis zu 20 % Unterschied beim Nährwert aus und führt kalorienbewusste Verbraucher in die Irre.

 

Was sagen die Kalorienangaben aus?

Auch heute noch basieren die Kalorienangaben auf dem reinen Brennwert. Hierfür werden Bombenkalorimeter genutzt, also Behälter, die von Wasser umgeben sind. In dem Behälter werden Nahrungsmittel verbrannt. Anhand der Temperaturzunahme des Wassers lässt sich ableiten, wie viel Energie in dem Lebensmittel steckt. Dieses Verfahren ermöglichte die Ermittlung von Durchschnittswerten für Fett (9 Kilokalorien pro Gramm), Proteine und Kohlenhydrate (jeweils 4 Kilokalorien).

 

Energie ist jedoch nicht gleich Energie

Das Problem bei diesen Messwerten ist, dass sie die menschliche Verdauung nicht berücksichtigt.
So enthalten beispielsweise Proteine und Kohlenhydrate gleich viele Kilokalorien. Kohlenhydrate lassen sich vom Körper jedoch wesentlich leichter verstoffwechseln. Bei der Verwertung von Proteinen muss der Mensch hingegen mehr Energie aufwenden.

Ähnliches gilt für Ballaststoffe und „leere“ Kohlenhydrate. Der Körper muss beim Verstoffwechseln von Ballaststoffen Energie aufwenden, bei leeren Kohlenhydraten nicht. Dennoch werden Ballaststoffe und Proteine die gleichen Brennwerte zugeschrieben, was irreführend ist, da sie dem Körper unterm Strich weniger Energie zur Verfügung stellen.

Studien weisen außerdem darauf hin, dass rohe Lebensmittel dem Körper weniger Energie liefern, als gekochte.

 

Nur Annährung möglich

Eine tatsächliche Angabe des Brennwertes scheint jedoch unmöglich. So unterscheidet sich der Energiegehalt von Gemüse und Obst je nach Reifegrad, Lagerung und Sorte. Hinzu kommen große individuelle Unterschiede im menschlichen Stoffwechsel. Auch ein Einbeziehen der oben genannten Unterschiede würde deswegen keine genaue Angabe ermöglich, sondern lediglich eine präzisere Annährung ermöglichen. Deswegen gilt es auch als unwahrscheinlich, dass sich eine veränderte Energieangabe in naher Zukunft auf den Verpackungen wiederfinden wird. So würde nämlich suggeriert werden, dass die Werte aussagekräftig sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährung, ohne die angegebenen Kalorienwerte zu berücksichtigen.

vor 4 Wochen

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