Universal-Impfstoff gegen Grippe bald möglich?

Impfstoffe gegen Viren zu entwickeln, ist sehr schwer. Das liegt daran, dass Impfstoffe normalerweise die Oberflächen der Viren erkennen, Viren sich und ihre Oberfläche jedoch sehr schnell ändern. Das macht es nicht nur schwierig, dauerhaft wirkende Impfstoffe zu finden. Die charakteristischen Informationen der verschiedenen Virenstämme unterscheiden sich häufig auch so stark, dass sie jeweils einen eigenen Impfstoff benötigen, da Antikörper auf andere Stämme neu reagieren müssen. Dies galt bislang gerade bei Grippeviren. Die Suche nach einem Universal-Impfstoff gegen verschiedene Grippeviren verlief deswegen jahrzehntelang erfolglos. Nun scheinen Wissenschaftler allerdings einen Durchbruch erreicht haben. Gary Nabel und sein Team entwickelten eine Vakzine, die verspricht, gegen weit mehr Grippeviren zu helfen, als herkömmliche Impfstoffe.
Der Impfstoff wurde bislang jedoch nur im Tierversuch getestet, wirkt dort jedoch vielversprechend. Ob das Mittel auch für Menschen verträglich ist, ist derzeit noch unklar und wird in wissenschaftlichen Studien überprüft werden. Derzeit sieht jedoch alles danach aus, als würde zumindest eine Grundlage für einen Universalimpfstoff geschaffen worden sein. Im Gegensatz zu anderen Impfstoffen, die nur Teile von Virusstämmen enthalten, baute Nabel die Hülle eines Virus aus Eiweißketten nach und rüsteten sie mit Hämaglutinin 1 aus. Dieses Protein tragen sämtliche H1N1-Viren auf ihrer Oberfläche.
Die Impfung funktioniert ansonsten, wie jede andere auch: Der Körper der Tiere bemerkt die „Eindringlinge“, hält sie für gefährlich und bildet Antikörper. Diese bekämpfen nun den harmlosen, nachgebauten Virus und speichern dessen Merkmale. Wurden die Tiere nun mit gefährlicheren Grippeviren infiziert, waren ihre Immunsysteme wesentlich besser in der Lage, diese zu vernichten, da sie die zur Bekämpfung notwendigen Informationen bereits besaßen. Der Wirkstoff wirkt jedoch lediglich gegen H1N1-Viren und derzeit ist noch nicht sicher, ob der Impfstoff auch für Menschen zugelassen wird. Verlaufen die nun folgenden klinischen Phasen jedoch erfolgreich, so rechnet zumindest Entwickler Nabel mit einer möglichen Marktzulassung innerhalb der nächsten zwei Jahre.
vor 6 Jahren

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