Warum Inklusion in Deutschland nicht funktionieren kann

Dass der geistig behinderte Henri nicht nur nicht auf dem Gymnasium aufgenommen werden wird, sondern auch nicht auf die Realschule wechseln darf, ist nur ein publik gewordener Verlierer der Inklusion. Bundesweit gibt es ähnliche Fälle oder andere Probleme mit der Inklusion. Doch warum scheitert die Inklusion in Deutschland?

 

1. Zu wenig Ressourcen
Dass der Versuch, Inklusion in Deutschland umzusetzen, hauptsächlich die Streichung der Förderschulen und den damit verbundenen Fördermitteln zur Folge hatte, ist kein Geheimnis. Als Folge fehlen dem Bildungssystem allein um ausreichend Pädagogen für einen zeitweisen doppelt besetzen Unterricht zu beschäftigen, geschätzte 660 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass Lehrer, die bislang an einer „normalen“ Schule unterrichtet haben, zusätzliche Qualifikationen benötigen, ohne dass sie ausreichende Fortbildungsmöglichkeiten erhalten.

 

2. Zu wenig Planung
Durch den Druck, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen der UN durchzusetzen und die jahrlange ausgeprägte Exklusion gibt es weder umsetzbare Strategien, noch im Vorfeld getroffene Vorbereitungen, Kinder mit Lernbehinderungen auf der Regelschule zu integrieren.

 

3. Menschen, die sagen, es gibt zu wenig Ressourcen und zu wenig Planung
Kaum jemand ist der Meinung, dass Inklusion kein unterstützenswertes Konzept ist. Dadurch, dass es derzeit eher eine Vision ist, dass im Alltag regelmäßig an seine Grenzen stößt, sind „zu wenig Ressourcen und zu wenig Planung“ hauptsächlich Argumente, die es ermöglichen, sich aus der individuellen Verantwortung zu stehlen.

 

4. Eltern, die Nachteile durch die Inklusion befürchten
Alleine die Tatsache, dass im Fall von Henri die Eltern anderer Schüler nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass die Debatte öffentlich und gegen Henri entschieden wurde, zeigt, wie wenig offen Eltern dann sind, wenn ihre eigene Kinder durch die Aufnahme von Inklusionsschülern benachteiligt werden könnten.

 

5. Eltern von behinderten Kinder sind unzureichend vernetzt
Im Gegensatz zu den 70er und 80er Jahren stoßen Missstände kaum noch auf offene Kritik. Die Erziehungsberechtigten sind schlechter vernetzt, wollen weniger ändern und können dadurch keinen Druck aufbauen. Dies liegt glücklicherweise auch daran, dass sich die Lage für behinderte Kinder verbessert hat, allerdings fördert es die Inklusion nicht.

vor 5 Jahren

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